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Dem Urwildpferd auf der Spur

Aktualisiert: 10. März

Hallo ihr Lieben, zu meinem 1. Blogeintrag, auf der neuen Website. Was Urwildpferd? Ja wirklich! Doch eines muss man vorweg sagen, leider ist sich die Wissenschaft hierbei nicht ganz so einig, ob diese Rasse der Gattung Urwildpferd nun angehört oder nicht. Die Rasse verdankt den Namen des Entdecker Nikolai Michailowitsch Przewalski. (gesp. Pschewalski).



Aber ist die Vorstellung nicht irre? Ihre Geschichte geht bereits in die Steinzeit zurück. Höhlenmalereien aus dieser Zeit, bestätigen die Existenz der Przewalski Pferde. HOLA DIE WALDFEE! Stellt euch das mal vor, diese Pferdchen sind bereits mit den Mammuts um die Wette gelaufen, da bekommt man doch o richtig Gänsehaut.

Aber was ist das nun? Urwildpferd oder nicht?

Wie oben bereits erwähnt ist das nicht ganz genau nachgewiesen. Genetische und Anatomische Befunde deuten darauf hin, dass das Przewalski Pferd eine Unterart des Hauspferde oder des "Wildpferdes" ist. Aus Biologischer Sicht, wird das Przewalski Pferd jedoch als eigenständige Art eingestuft. Die Rasse ist der letzte lebende Vertreter der eurasischen wildlebenden Pferde in den östlichen Gebieten. Eine Studie aus dem Jahre 2018 besagt jedoch, dass die genetische Wurzeln höchstwahrscheinlich verwilderten Abkömmlingen aus der Zeit der Botai-Kultur vor rund 5500 Jahren von domestizierten Pferden handelt. Die Ansicht, dass die Przewalski Pferde jemals domestiziert waren, wird aber nicht in jedem Fall von allen geteilt.


Die Höhlenmalerein aus prähistorischer Zeit, also die Zeit, in der die Mammuts lebten (Ende der Eiszeit) beweisen das in Europa die Vierbeiner dort aber vertreten waren. Diese Pferde weisen in den Malerein wie auch unsere Przewalski Pferde, die typische sandig-braune Fellzeichnung mit dem Aalstrich auf dem Rücken, den Streifen (Zebrastreifen) auf den Beinen und ihre unverkennbare aufrechte Stehmähne auf. Es liegt also nahe dass sie entweder die selbe Gattung oder ein naher Verwandter dieser Urwildpferde sind.




Mein Fotoprojekt


Geblitztdingst - der Fotoblog von Stefanie Kern

Ich fange einfach mal von vorne an. Lange hatte ich schon ein Foto Projekt im Sinne. Leider hatte ich anfangs überhaupt keinen Plan, was genau ich eigentlich machen wollte. Ich überlegte und überlegte und gelangte zu dem Schluss, dass das Foto Projekt auf jeden Fall etwas mit Pferden zu tun haben sollte. WILDPFERDE malte ich riesengroß auf ein Stück Papier in die Mitte. Und da fingen die Probleme schon an. Wo zum Kuckuck sucht man in Österreich Wildpferde?


Nach langer Recherche über Tage hinweg, gelangte ich immer wieder auf Webseiten im Ausland. Deutschland war ein sehr bekanntes und vor allem beliebtes Ziel bei der Suche. Laut Google ist Deutschland ein super-duper großes Land mit vielen großen Nationalparks mit Wildpferden. *lach* Ihr Lieben aus Deutschland, lebt ihr in den Nationalparks? Oder wie ist das wirklich bei euch? *Lach*


Irgendwann kam ich dann auf die Idee des Jahrhunderts, wenn ich in Österreich schon keine Wildpferde finde, na wo kuckt man dann logischerweise nach?

In Zoos, natürlich! Also auf die Hauptseite von Zoo Schönbrunn geswitcht, weil in der Kindheitserinnerung da ja Pferde waren. (Übrigens keine Ahnung welche Erinnerung ich da abgespeichert habe, die sind nämlich schon sehr lange nicht mehr im Zoo Schönbrunn gewesen - die Pferdchen) Die Ernüchterung kam sofort. Keine Pferde die wie Wildpferde ansatzweise aussehen wollten. Und Zebras kamen so rein gar nicht infrage.

Doch mit der Google Eingabe kam da dann doch der Hinweis mit und zwar eine Zeile darunter: Nationalpark Neusiederlsee - in Burgenland.

Mit dem Mini-Text darunter - Przewalski Pferde auf Frag-mich-nicht-schieß-mich-tot km² Land.

Warte, was? STOPP!

1 Mausklick und große Augen später, dann das, ja warte Mal da gibts ja tatsächlich Wildpferde und was für welche! Prähistorische Relikte! Besser gings ja kaum.



Geblitztdingst - der Fotoblog von Stefanie Kern




Knirpse - Alarm läd in 1...


Die Recherchen waren dann ziemlich schnell erledigt. Ist auch nicht wirklich viel auf der Website des Nationalparks über die Przewalski's zu finden. Ein Foto, die Erwähnung das sie da auf den km² frei laufen dürfen und Punkt. Das wars.


Also hab ich mich selbst noch etwas dahinter geklemmt, natürlich wollte ich da noch etwas mehr wissen von den Pferdchen. Pferdchen?


Ja ultra-süße 134 - 145 cm große (kleine) Pferde sind das. Würden ja laut Regelung als Pony durchgehen, aber neee. Das sind schon richtige Pferde. Relikt und so - aus alten Zeiten.

Geblitztdingst - der Fotoblog von Stefanie Kern

Geblitztdingst - der Fotoblog von Stefanie Kern

Mal abgesehen davon wusste ich bis dato nicht mal, das Burgenland einen eigenen Nationalpark hat. Ehrlich? Schande über mich, nicht mal über das eigene Land Bescheid wissen. wusste das bis dato nicht!


Ich gab mich mit der Info auf der Webseite des Nationalparks aber nicht so wirklich zufrieden. Ich wollte mir eine Erlaubnis holen, um die Pferde auch wirklich fotografieren zu dürfen. Also eine E-Mail getippt und um Erlaubnis gefragt um diese außergewöhnlichen Pferdchen zu fotografieren. Einer der Nationalpark-Mitarbeiter rief mich am 3 Tag später gleich an. Er gab mir die Erlaubnis die Pferde zu fotografieren.





Am Vortag kam aber dann Abends noch etwas dazwischen, den es ging mir von einem Tag auf den anderen plötzlich körperlich sehr schlecht. Meine Schwangerschaft hatte sich da dazwischen geschoben. Ich bedankte mich bei dem Mitarbeiter und erklärte ihm kurz die Umstände. Er meinte nur, ich soll mich einfach melden, wenn und wann ich kommen möchte.


Ja das war dann halt ein Jahr später.


Exakt 1 Jahr später sogar! Als mein kleiner Pups auf der Welt war, schnappte ich sofort dieses Projekt Przewalski Pferde wieder auf. Ich wollte das Projekt das ich 2021 angefangen hatte, auch zu Ende bringen! Komme was wolle.

Und ab da muss ich dann noch einmal ausholen um auch die Geschichte fertig zu erzählen. 2021 lernte ich im Herbst im Zuge meines letzten Hundefotoshootings (bevor mein Bauch sich den ganzen Radius meiner Bewegungsfreiheit genommen hatte) Melanie von Vierundzweibeiner – Fotografie kennen.

Melanie, ehrlich, du warst mir auf Anhieb super sympathisch!

Kurzer Check ob sie mich begleiten will, zu zweit macht’s halt trotzdem mehr Spaß, ein kurzes Ja Klar und für den Montag 4 April haben wir uns dann schlussendlich verabredet. Ich rief ein paar Tage davor nochmal an, um die derzeitige Lage zu checken. Diesmal war eine Mitarbeiterin am anderen Ende der Leitung: , jup, geht klar. Nur…

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Der Nur-Haken


Und ab diesen Zeitpunkt als sie das sagte, hoffte ich sehr, dass das NUR mir keinen Strich durch die Rechnung machen wird. Die Pferde, wie ich oben schon erwähnt habe leben auf ein paar km² im Nationalpark „frei“.


Die nette Dame am Ende der Leitung meinte,“ja wenn se Glück haben stehen sie am Zaun, wenn nicht, brauchen se ein verdammt gutes Objektiv. Weil rein dürfens nicht.“


Da war er der: NUR-Haken. Bisschen enttäuscht aber im Nachhinein gesehen ja komplett gerechtfertigt! Ich möchte ja auch keine fremden Leute in meinem Wohnzimmer haben, Spanner am Fenster auch nicht, aber was solls. Gut war, dass ich Samstag und Sonntag ein Turnier fotografieren sollte, das nicht zustande kam und hatte mir dafür extra ein Objektiv angemietet. Das Sigma 125 – 600mm 5.6 -6.3, gigantisches Objektiv! Dazu gibt es aber noch gesondert einen Blogeintrag mit einem ausführlichen Erfahrungsbericht. Für den Fall der Fälle das wir eine verdammt gutes Objektiv brauchen.


Geblitztdingst - der Fotoblog von Stefanie Kern

Nach dem verpatzten Wochenende hab ich es schon kommen sehen. Bei meinem Glück, stehen die Pferde NATÜRLICH NICHT am Zaun. Ich wollte es aber trotzdem so sehr, dass ich am Montag gemeinsam mit Melanie die Strecke von fast 3 Stunden einmal hin und 3 Stunden wieder zurück auf mich genommen habe.


Dort angekommen sind wir schnell am Info-Point rein. Die Dame erklärt uns schnell wo sich die „Koppel“ befindet. Ja eine 8 km lange „Koppel“, ist natürlich eine Koppel. Haha - ha. Wir sollen einfach bei der Bio-Station-weiß-ich-nicht-mehr, loslaufen. Da ist dann der Zaun schon zu sehen und wir wären da. Dann einfach entlanglaufen und mal sehen wo die Pferde sind. Kann lustig werden, bei 8 kg Ausrüstungsgewicht. Super und wahrscheinlich sowieso für die Katz.

Let's go!


Wir sind dann von der Station losgelaufen, besser gesagt, habe ich mich mit dem ganzen Zeug abgeschleppt. Was man nicht alles tut für ein paar nette Bilder. Wir sind wirklich nicht weit gegangen, um die Kurve rechts rum und dann einmal links rum, traute ich meinen Augen nicht! Ich stupste Melanie an und fuchtelte mit meinen Fingern nach vorne. Hatte ja keine Ahnung das wir für die Pferdchen interessanter waren als sie für uns, also sind wir beinahe auf Zehenspitzen „rangeschlichen“. Fast 300 Meter vorher haben wir unser Zeug abgeladen und das nötigste mitgenommen, um uns langsam ran zu tasten wie sie uns akzeptierten, bei dem Glück muss doch was schief gehen.

Das sie aus heiterem Himmel losgaloppieren sobald sie uns erblicken oder so. Aber ich lüge nicht! Die Pferde standen am Zaun und zwar direkt am Zaun! Und zu meinem Erstaunen blieb das Glück bei uns.


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(Przewalski Pferd - Nationalpark Seewinkel Neusiedlersee Foto bei Vierundzweibeiner Fotografie -Melanie Vargas)


Meter für Meter gingen wir dann dran. Bis wir vor ihnen saßen. Das klicken der Kameras stört sie überhaupt nicht, schnelle Bewegungen waren jetzt nicht so ihr Ding, aber sie waren so unglaublich neugierig auf das klicken der Kamera, dass sie Nase an Nase mit der Kamera standen. Ich war völlig von der Rolle, ich denke mal Behaupten zu dürfen, Melanie genauso, denn das hätten wir beide nicht erwartet das wir SO viel Glück hätten. *räusper* Ich wollte Melanie nicht enttäuschen, und ihr sagen das wir womöglich völlig umsonst hierhergekommen sind und mir die Dame am Telefon gesagt hat, wir brauchen ne fette Brennweite.


Doch an diesem Tag, war die Sorge darüber völlig umsonst. Die Przewalski Pferde waren die geborenen Topmodel. Es flog die Zeit nur so dahin und die Pferde verbrachten unglaubliche 4 Stunden mit uns am Zaun. Sie ließen uns teilhaben und sie agierten auf ihre Weise mit uns. Das Gefühl der Akzeptanz ihrerseits war einfach ein unglaubliches Geschenk! Wofür ich so - so Dankbar bin!


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Daniel Craig


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Ein gesondertes Kapitel muss unserem kleinen Star in der Manage gewidmet werden. Dem „Daniel“. Der Hengst (Wallach) man konnte das nicht so beurteilen, bleibt uns beiden einfach in Erinnerung und ist unser Mini-Insider. ;)


Melanie: „Steffi der sieht aus wie Daniel Craig ohne Scheiß.“ Nicht nur das „unser“ Daniel vor der Nase zwei unterschiedliche Augen hatte. Eins Blau und eins normal und er dadurch schon super besonders war. Nein er hatte auch im Gegensatz zu den anderen Pferden einen sehr ausgeprägten Rammskopf. Ein imperfektes – perfektes (oder pferfektes) Pferd. Eine Wahnsinns Ausstrahlung und sein Charisma gigantisch. Je länger man ihn beobachtete desto mehr hob er sich von den anderen ab. Sein besonderes Aussehen hatte in seiner Herde keinen Nachteil. Während wir Menschen uns so sehr von unserem äußeren leiten lassen, gibt es dies in der Tierwelt überhaupt nicht. Er schien mir sogar, der sozialste zu sein. Egal welches Pferd in seiner Nähe stand, pflegte er einen engen sozialen Kontakt mit diesem.


Er ging oft zu den unterschiedlichsten Herdenmitgliedern und begann mit der Fellpflege. Kein Pferd scheuchte ihn weg, obwohl er mir nicht als Ranghohes Tier vorkam, ich schätzte ihn eher im Mittelfeld ein. Sie akzeptierten ihn alle, und umgekehrt genauso.


Geblitztdingst - der Fotoblog von Stefanie Kern

Daniel, hat einfach einen Ehrenplatz in meinem Herzen gewonnen und ich bin mir sicher, dieses unglaublich tolle Pferdchen alsbald wieder zu sehen. Vorgenommen habe ich es mir ganz fest! Das war definitiv nicht der letzte Besuch am Neusiedlersee – Seewinkel auf der Przewalski Koppel.



Random Facts


Ich möchte euch unbedingt noch ein paar Random Facts über die Przewalskis hier reinschreiben. Sozusagen ein bisschen Geschichtliche Kultur dieser sonderbaren Pferde. Also das was bisher bekannt ist. Die ist nämlich wirklich interessant und stammen von einer der größten Forscher Gruppen der Przewalskis. Tatsächlich kann da Österreich sehr stolz darauf sein, den es ist unser allseits bekannte VetMed. Uni Vienna.


Urwildpferde galten seit einer letzten Sichtung im Jahr 1969 als in freier Wildbahn ausgestorben und haben nur in zoologischen Gärten überlebt. Seit dem Start eines Wiederansiedlungsprojekts im Jahr 1992 konnte in der Mongolei trotz einiger Rückschläge wieder eine freilebende Population aufgebaut werden. Prof. Chris Walzer und sein Team vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna begleiten dieses Projekt seit vielen Jahren. Der Erfolg des Projekts hat mittlerweile zu einer Rückstufung der IUCN-Gefährdung von „in Freiheit ausgestorben“ auf zunächst „kritisch gefährdet“ und seit 2011 auf nur mehr „gefährdet“ geführt – ein großer Erfolg für den internationalen Artenschutz.“


Ich kann mir gar nicht vorstellen das diese schönen Pferde beinahe ausgestorben wären. Wir können froh sein, dass sich Forschergruppen hier zusammen getan und sich für die Pferde eingesetzt haben.

Mein Ziel mit dem Fotoprojekt ist ganz klar gewesen. Ich möchte damit bei einigen Internationalen Fotowettbewerben teilnehmen. Sollte der unmögliche Fall eintreten und ich tatsächlich für einen Geldpreis nominiert werden, möchte ich den gesamten Geldpreis in die Forschung und Artenschutz der Przewalski spenden und mich auch für diese tollen Tiere einsetzen.

Unter anderem möchte ich bei passender Gelegenheit auch ein Vernissage veranstalten oder eine Ausstellung und den Erlös ebenfalls spenden.


Geblitztdingst - der Fotoblog von Stefanie Kern

Und zu guter Letzt noch eines meiner absoluten Lieblingsbilder aus dieser Serie, natürlich von dem wunderschönen Daniel. (Der übrigens mittlerweile überdimensional groß meine Wohnzimmerwand ziert.)


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P.S.: Das Tüpfelchen am i wäre jetzt noch sich auf die Reise zu machen, um die ausgewilderten Przewalski Pferde in der Mongolei zu finden. Aber das, bleibt vorerst mal ein Traum. Hihi.

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